Der Arbeitsablauf: erst klären, dann kleben

Richten Sie einen festen Packplatz ein und arbeiten Sie immer nur mit der aktuellen Sendung. Halten Sie Ware, Produktetiketten, Kartonetiketten und Unterlagen anderer Sendungen getrennt.

  1. Sortiment freigeben: Angebot, Variante, Zustand, Stückzahl und mögliche Sonderanforderungen je SKU prüfen.
  2. Einheiten vorbereiten: Verpackung, Barcode und gegebenenfalls Haltbarkeits-, Set- oder Warnhinweise klären.
  3. Sendung anlegen: Produkte und Mengen in Seller Central erfassen und die angezeigten Anforderungen prüfen.
  4. Kartonweise packen: Inhalt beim Einlegen zählen und direkt im Packprotokoll festhalten.
  5. Abgleichen: Tatsächlichen Kartoninhalt, Maße und Gewicht mit dem Workflow vergleichen.
  6. Etikettieren und übergeben: Erst nach dem Abgleich die passenden Karton- und Transportetiketten anbringen; anschließend Nachweise sichern.

1. Prüfen Sie Produkte und Angebote vor dem Packen

Beginnen Sie nicht mit dem Karton, sondern mit einer eindeutigen Artikelliste. Für jede SKU müssen Angebot und physische Ware zusammenpassen.

  • Stimmen SKU, ASIN, Variante und Zustand?
  • Ist die geplante Stückzahl vorhanden und verkaufsfertig?
  • Sind alle Teile eines Sets vollständig und zusammengehalten?
  • Zeigt Seller Central Beschränkungen oder Vorbereitungsanforderungen?
  • Sind Haltbarkeitsdaten, Chargen oder Gefahrgutinformationen relevant?

Wählen Sie für die erste Sendung einen Umfang, den Sie ohne parallele Packvorgänge kontrollieren können. Viele Varianten, Sets oder Sonderfälle erhöhen die Verwechslungsgefahr.

2. Legen Sie Vorbereitung und Barcode fest

Prüfen Sie je SKU im aktuellen Workflow, welcher Barcode verwendet werden soll. Je nach Produkt und Kontoeinstellung kann ein zulässiger Herstellerbarcode genügen oder ein Amazon-Barcode, häufig FNSKU genannt, erforderlich sein.

Wenn ein Amazon-Barcode nötig ist:

  • in guter Qualität und ohne Größenänderung drucken,
  • auf einer glatten, gut sichtbaren Fläche anbringen,
  • nicht über Kanten, Rundungen oder Nähte kleben,
  • andere scannbare Produktbarcodes vollständig abdecken,
  • eine Stichprobe mit dem tatsächlich verwendeten Ausdruck prüfen.

Schließen Sie danach die produktspezifische Vorbereitung ab, etwa Schutz vor Bruch oder Auslaufen, eine geschlossene Umverpackung oder eine eindeutige Set-Kennzeichnung. Maßgeblich ist die aktuell für die SKU angezeigte Anforderung.

Wichtig: Seit dem 1. Juli 2026 bietet Amazon für FBA-Sendungen in europäischen Stores keinen Vorbereitungs- und Etikettierservice mehr an. Planen Sie die regelkonforme Vorbereitung und Etikettierung deshalb im eigenen Betrieb oder mit einem geeigneten externen Dienstleister ein. Die Aussage wurde am 31. August 2026 anhand der offiziellen Amazon-Hilfe zum Etikettierservice geprüft.

3. Erstellen Sie die Sendung in Seller Central

Legen Sie die Sendung erst an, wenn die freigegebenen SKUs und Mengen feststehen. Bezeichnungen und Reihenfolge im Workflow können sich ändern; folgen Sie der aktuellen Anzeige in Seller Central.

  1. Absenderadresse sowie SKUs und Stückzahlen erfassen.
  2. Vorbereitung und Etikettierungsverantwortung bestätigen.
  3. Packart und Kartoninhalt erfassen.
  4. Zielzuordnung und mögliche Sendungsaufteilung prüfen.
  5. Transportart, Dienstleister und angezeigte Kosten prüfen.
  6. Versand bestätigen und Kartonetiketten erzeugen.

Speichern Sie die Sendungsnummer sofort im Packprotokoll. Ordnen Sie jedem realen Karton genau die Kartonnummer zu, die Sie im Workflow verwenden.

4. Packen Sie jeden Karton nachvollziehbar

Verwenden Sie stabile, intakte, sechsseitige Versandkartons. Schützen Sie die Ware und füllen Sie Leerräume mit zulässigem Material, damit sich der Inhalt nicht unkontrolliert bewegt.

Bearbeiten Sie immer nur einen Karton: Kartonnummer vergeben, Einheiten einlegen, Mengen erfassen, Inhalt fotografieren, verschließen, messen und wiegen. Übertragen Sie die tatsächlichen Werte erst danach in Seller Central.

Für Gewichts-, Maß- und Sondergrenzen gelten die jeweils aktuellen Amazon-Vorgaben. Prüfen Sie diese direkt im Sendungsworkflow, besonders bei schweren, großen oder speziellen Artikeln. Dieser Ratgeber nennt bewusst keine pauschalen Grenzwerte.

Kopierbares Packprotokoll

Eine Zeile steht für eine SKU in einem Karton. Enthält ein Karton drei SKUs, verwenden Sie drei Zeilen mit derselben Kartonnummer. Zusätzliche Felder können Sie passend zu Ihrem Sortiment ergänzen.

Schema für Tabellenkalkulation oder Warenwirtschaft
Sendungsnummer Karton SKU ASIN/Variante Menge Vorbereitung/Barcode geprüft Gewicht Maße Foto/Beleg Datum/Person
[Sendungsnummer] [Karton 01] [SKU] [ASIN/Variante] [Stückzahl] [ja / Hinweis] [Ist-Wert] [L × B × H] [Dateiname/Link] [Datum/Kürzel]

Zum Kopieren als Kopfzeile:
Sendungsnummer;Kartonnummer;SKU;ASIN/Variante;Menge;Vorbereitung/Barcode geprüft;Gewicht;Maße L×B×H;Foto/Beleg;Packdatum;Verantwortlich;Bemerkung

5. Bringen Sie die Kartonetiketten richtig an

Jeder Karton erhält sein eigenes, im Sendungsworkflow erzeugtes FBA-Kartonetikett. Es ist nicht dasselbe wie das Produktetikett auf einer Verkaufseinheit oder das Transportetikett des Paketdienstleisters.

  • Kartonnummer im Protokoll mit dem vorgesehenen Kartonetikett abgleichen.
  • Etikett auf eine ebene, gut sichtbare Fläche kleben.
  • Kanten, Nähte und Kartonöffnungen freihalten.
  • Falten und störende Reflexionen über dem Barcode vermeiden.
  • Alte Versandetiketten und störende Barcodes entfernen oder unlesbar machen.
  • Transportetikett separat und sauber anbringen.

Vor der Abholung: der 5-Minuten-Check

Gehen Sie die fertige Sendung einmal physisch ab. Öffnen Sie Seller Central und Ihr Packprotokoll parallel dazu.

  • Kartonzahl: Fertige Kartons, Packprotokoll und bestätigte Kartons im Workflow stimmen überein.
  • Zuordnung: Jeder Karton trägt sein eigenes FBA-Kartonetikett und, falls vorgesehen, das passende Transportetikett.
  • Scanfläche: Etiketten sind glatt, lesbar und liegen nicht auf Kanten, Nähten oder unter stark reflektierendem Klebeband.
  • Ist-Werte: Gemessene Maße und Gewichte entsprechen den zuletzt übermittelten Angaben.
  • Dokumentation: Fotos, Packprotokoll, Sendungsnummer und Trackingmöglichkeit sind gespeichert.
  • Übergabe: Anzahl der übergebenen Packstücke kann auf Beleg oder Abholbestätigung nachvollzogen werden.

Entdecken Sie eine Abweichung, halten Sie die betroffenen Kartons zurück. Eine saubere Korrektur vor der Übergabe ist einfacher als eine spätere Klärung ohne belastbare Unterlagen.

6. Dokumentieren Sie Übergabe und Wareneingang

Die Sendung endet nicht mit der Abholung. Speichern Sie Einlieferungsbeleg, Trackingdaten und gegebenenfalls die Abholbestätigung zusammen mit Packprotokoll und Fotos.

Kontrollieren Sie den Verlauf in Seller Central. Nach dem Wareneingang prüfen Sie, ob alle Kartons erfasst, die versandten Mengen eingebucht und die Angebote wie vorgesehen verfügbar sind.

Bei Differenzen gleichen Sie zuerst Sendungsstatus, Tracking, Packprotokoll, Fotos und eingebuchte Mengen ab. Nutzen Sie anschließend den von Amazon vorgesehenen Untersuchungsweg und reichen Sie genau die dort geforderten Nachweise innerhalb des angezeigten Zeitfensters ein.

Selbst erledigen oder Unterstützung holen?

Gut selbst machbar

Eine überschaubare erste Sendung mit wenigen eindeutigen Standardartikeln können Sie meist selbst vorbereiten, wenn Seller Central klare Anforderungen zeigt und jede Einheit leicht zu prüfen, zu kennzeichnen und zu dokumentieren ist.

Vor dem Versand Unterstützung erwägen

  • Gefahrgutprüfung, Batterien, Flüssigkeiten oder zerbrechliche Ware,
  • Haltbarkeitsdaten, Chargen oder besondere Kennzeichnungspflichten,
  • Sets, Bundles, Varianten oder mehrere ähnliche SKUs,
  • große, schwere oder anderweitig speziell zu behandelnde Artikel,
  • unklare Sperren, widersprüchliche Vorgaben oder fehlende Zuordnung,
  • viele Kartons, mehrere Ziele oder ein externer Prep- beziehungsweise Logistikpartner.

Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn ein Fehler nicht nur Nacharbeit, sondern ein Sicherheits-, Compliance- oder Bestandsrisiko auslösen kann. Eine Beratung sollte die konkrete Unklarheit lösen und einen wiederholbaren Ablauf hinterlassen – nicht den gesamten Prozess künstlich geheim halten.

Wenn Sie einen kritischen Punkt nicht eindeutig entscheiden können, dokumentieren Sie die offene Frage, die betroffenen SKUs und die Anzeige in Seller Central. Damit lässt sich eine gezielte FBA-Beratung vorbereiten, ohne bereits geklärte Schritte erneut durchzugehen.

Häufige Fragen zur ersten FBA-Sendung

Braucht jedes Produkt ein FNSKU-Etikett?

Nicht zwingend. Je nach Produkt und Einstellung kann ein zulässiger Herstellerbarcode verwendet werden oder ein Amazon-Barcode erforderlich sein. Prüfen Sie die konkrete Kennzeichnungsanforderung für jede SKU im Sendungsworkflow.

Kann Amazon meine Produkte etikettieren oder vorbereiten?

Für europäische Stores bietet Amazon seit dem 1. Juli 2026 keinen FBA-Vorbereitungs- und Etikettierservice mehr an. Sie sind dafür verantwortlich, die Vorbereitung und erforderliche Etikettierung selbst oder durch einen geeigneten Dienstleister durchführen zu lassen. Offizielle Amazon-Hilfe zum Etikettierservice, fachlich geprüft am 31. August 2026.

Darf ich verschiedene Produkte in einen Karton packen?

Das kann möglich sein, sofern der Sendungsworkflow und die Produktanforderungen dies zulassen und der Kartoninhalt korrekt übermittelt wird. Packen Sie so, dass jede Einheit geschützt ist und der tatsächliche Inhalt eindeutig dokumentiert bleibt.

Welche Maße und welches Gewicht darf ein FBA-Karton haben?

Die Grenzen können von Produkt, Versandart und aktuellen Amazon-Vorgaben abhängen. Verwenden Sie die Angaben im aktuellen Sendungsworkflow und in Seller Central. Verlassen Sie sich nicht auf eine ältere allgemeine Zahl, besonders bei schweren oder übergroßen Artikeln.

Was mache ich, wenn Amazon weniger Einheiten einbucht?

Prüfen Sie zunächst, ob die Sendung vollständig bearbeitet wurde. Gleichen Sie anschließend Packprotokoll, Kartoninhalt, Tracking und eingebuchte Mengen ab. Wenn die Untersuchung freigegeben ist, reichen Sie die dort geforderten Nachweise gezielt ein.